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Letzter Berufschultag

April 19th, 2008 by TheBonsai

Gestern (Freitag, 18. April 2008) hatte ich meinen vorerst letzten Berufschulbesuch in der Berufschule III zu Regensburg. Die 12. Klasse ist rum, bald steht die Prüfung an. Ob es jetzt schon Zeit für ein Fazit ist weiss ich nicht, aber solange ich mich noch gut an die Klasse erinnern kann – warum nicht.

Kleiner Disclaimer: Der folgende Text hat in keinster Weise die Absicht jemanden zu beleidigen oder schlecht zu reden. Desweiteren dürfte er nur für ca. 20 Personen Sinn ergeben!

Die Lehrerbande

Menschen wie Du und ich. Kompliment: Es gibt keinen einzigen Lehrer den ich in dieser Schule kennengelernt habe, dem ich die Pest an den Hals wünschen würde. Wahrscheinlich werde ich für solche emotionalen Reaktionen langsam einfach zu alt.

Trotzdem kommen einige Fragen aus meinem Hinterkopf an die Oberfläche:

  • Züchtet der HolzSillizium-Michl wirklich seine Feuerbälle selbst oder tauchen sie nur zufällig tagtäglich auf?
  • Ist der IT-Abteilungsleiter im Unterricht wirklich ab und zu zynisch und sarkastisch gewesen? Oder ist das alles nur methodische Tarnung um einfach mal im Mittelpunkt der Klasse zu stehen?
  • Bla Bla UML Bla Bla?
  • Wie gross muss ein Ehebett sein, damit alle Cisco-Router und Cisco-Switches nachts nicht frieren?
  • Warum habe ich nicht Suomi statt Englisch genommen? Stichwort: “You were lucky if you could…!”
  • Wer zum Teufel hat den Domänenadmin wieder aus der Verbannung geholt und an die Tastatur gelassen?
  • Wieso haben so viele IT-Ausbilder ziemlich wenig Haare? Und warum war das schon so bevor wir kamen?
  • Wie in aller Welt kann man auf Java stehen? Wer behauptet Java sei gut, weil es auf allen Plattformen läuft, der kann auch behaupten, Analsex sei gut, weil es mit allen Geschlechtern funktioniert :-)
  • Wieso behaupten manche, MS-Access sei eine representative Datenbanksoftware? Meinem Hund kann ich auch kaputtes SQL beibringen – er ist deswegen noch lange klein RDBMS.

Scherz beiseite. Alle unsere Lehrer hatten ihre Macken und ihre Stärken – und keine Macke war so klein, dass wir sie nicht bemerkt hätten.

Liebe Lehrer: Ich danke euch allen ausnahmslos(!) für den guten Support in den 2 Jahren. Mängel gab es hier und da natürlich schon, niemand ist perfekt – aber ich bin mittlerweilen alt genug, solche Kleinigkeiten auszugleichen 😉

Das gemeine Volk: Die lieben Klassenkameraden

Die Klassengemeinschaft war durchwachsen. Sowohl vom Alter her (bis zum biblischen Alter von 33 Jahren war alles vertreten!) als auch von der Motivation und der Vorbildung her.

Einige leider sehr ernst gemeinte anonyme, negative Kritikpunkte:

  • Ich werde es nie verstehen, wie man sich mit voller Absicht den falschen Beruf aussuchen kann! Solche Leute nehmen anderen nur die Ausbildungsplätze weg!
  • Ich werde desweiteren nie verstehen, wie man im Tätigkeitsbereich IT pünktlich zum Dienstschluss aufhören kann, ITler zu sein. Das ist ein Blocker für jegliche Weiterentwicklung – Stillstand bedeutet Tod!
  • Noch eine Sache die ich nie verstehen werde: “Unfallfrei zocken können” wird von manchen gleichgesetzt mit “Wissen über Computer” – und andere glauben das sogar noch!
  • Warum setzt man sich in den Unterricht rein, wenn man ihn sowieso in 98% der Fälle sabotiert?

Abgesehen von diesen 2 bis 5 Punkten war die Klassengemeinschaft eine der besten die ich je hatte (und ich war schon desöfteren in einer Schule!). Sogar mit meinem tief verwurzelten Vorurteil über die Inkompatiblität von Frauen und Technik wurde teilweise aufgeräumt.

Interessant mit anzusehen waren die verschiedenen Reifestufen in der Klasse. Am unteren Ende waren Kameraden, die noch nichteinmal die Entwicklung vom Affen zum Menschen abgeschlossen haben, am oberen Ende weise alte Männer mit hunderten von Jahren an Lebenserfahrung. Dazwischen bunt gemischt. Die soziale Komponente war somit eine der interessantesten in dieser Klasse.

So, ich bin kein Freund von langen Texten, da verliere ich immer die Geduld. Vielleicht lesen ja einige Personen die es betrifft diesen Artikel.

This entry was posted on Saturday, April 19th, 2008 at 17:08 and is filed under deutsch, Work. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. You can leave a response, or trackback from your own site.

4 responses about “Letzter Berufschultag”

  1. Affe said:

    “Am unteren Ende waren Kameraden, die noch nichteinmal die Entwicklung vom Affen zum Menschen abgeschlossen haben”

    Ich verbitte mir abfällige kommentare über meine Artgenossen.

    Danke.

  2. wise man said:

    Wahre Worte.

  3. TheBonsai said:

    Mir ist mittendrin leider die Luft zum Schreiben ausgegangen – ihr könnt das ja gerne vervollständigen 😉

  4. Stephan said:

    Sehr Wahr Herr Schampera,
    bin heute auf die Seite gestoßen und muss auch meinen Senf mit abgeben.
    Du hast bei den Le(e)hrern voll ins Schwarze getroffen, genauso bei den Klassenkameraden.

    Gruß

    Stephan

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